„Da muss man einfach zugreifen“

Jeden ersten Freitag im Monat gibt es „Gesunde Pause“

 

Der erste Freitag im Monat ist für die Buben und Mädchen der Grundschule Laberweinting immer ein besonderer Tag. Denn da dürfen sie in der ersten Pause gegen den kleinen Unkostenbeitrag von einem Euro an einem besonders appetitlich angerichteten Büfett bedienen. Eltern aus allen Klassen der Grundschule bereiten es in der Schulküche vor. Dabei wird besonders auf Gemüse, Obst und Vollkornprodukte Wert gelegt.

 

Diese „Gesunde Pause“ gibt es schon seit dem Jahr 2006. Der damalige Elternbeirat mit seiner Vorsitzenden Helga Stierstorfer hatte die Idee hierzu. Und dieses einmal im Monat gemachte Angebot kam bei den Schulkindern schon beim ersten Mal so hervorragend an, dass man es in der Folgezeit beibehielt. Helga Stierstorfer war für die Organisation zuständig. Seit diesem Schuljahr hat nun Zsuzsanna Labestin diese Aufgabe übernommen. Dabei kann sie sich auf die Unterstützung durch die übrigen Eltern verlassen. „Heute sind sogar erstmals zwei Väter gekommen,“ zeigte sie die Organisatorin am letzten Freitag, als wieder „Gesunde Pause“ angesagt war, erfreut über die Mithilfe.

 

Pro Klasse machen immer zwei Personen mit. Das ist aber auch notwendig, denn die Vorbereitung des Büfetts beginnt schon um 8 Uhr und es dauert fast eineinhalb Stunden, bis alles hergerichtet ist für die Pause. Da muss beispielsweise Obst portioniert und Gemüse in mundgerechte Stücke geschnitten werden. Vollkornbrote und Schnittchen werden mit Quark bestrichen oder mit Käse beziehungsweise mit magerer Wurst belegt und Spieße mit Gemüse und Wurst gesteckt. Natürlich fehlen auch verschiedene Säfte und Milchmixgetränke nicht. Immer achtet man darauf, dass alle angebotenen Speisen möglichst verlockend aussehen und appetitlich auf Platten oder Tellern präsentiert werden, weil das Auge bekanntlich mitisst.

 

Kurz vor halb 10 Uhr darf auch schon die erste Schulklasse kommen. Damit das Gedränge nicht zu groß wird, sind zunächst die Erst- und Zweitklässler dran, etwas später die Größeren. Bevor sich die Kinder jedoch jeweils bedienen dürfen, entrichten sie am Eingang zur Schulküche den Unkostenbeitrag von einem Euro und erhalten – wie in der Diskothek – einen Stempel auf die Hand als Beweis, dass sie bezahlt haben und nun so oft sie wollen, am Büfett nachfassen können. Bei dem riesigen Angebot an belegten Broten, Obst- und Gemüsesorten – sogar Nüsse und Weintrauben sind zu haben – fällt die Auswahl manchen Buben und Mädchen direkt schwer. „Mir schmeckt alles, was da ist“, gesteht ein Drittklässler auf die Frage, was er sich gleich aussuchen werde. Und das Mädchen neben ihm versichert übers ganze Gesicht strahlend: „Ich freue mich immer, wenn ‚Gesunde Pause’ ist. Meine Trinkflasche habe ich mir gerade randvoll mit Bananenmilch füllen lassen.“

 

Diese Ansichten scheinen eigentlich alle Kinder der Laberweintinger Grundschule zu teilen. Denn wie Zsuzsanna Labestin berichtet, genießen von den derzeit 124 Buben und Mädchen an die hundert, also über 80 Prozent, jeden ersten Freitag im Monat die „Gesunde Pause“. „Das freut uns vom Elternbeirat natürlich besonders, dass dieses Angebot so gut ankommt. Vielleicht gelingt es dadurch, das Essverhalten unserer Kinder positiv zu beeinflussen, wenn sie so ein vielfältiges Büfett durchprobieren dürfen und merken, dass Gesundes so hervorragend schmecken kann. Wir schauen schon, dass es Abwechslung gibt bei den angebotenen Speisen und Getränken. Und was in der ersten Pause übrig bleibt, das dürfen sich die Buben und Mädchen dann in der zweiten noch nehmen.“

 

Schulleiter Ludwig Plötz, der wie die meistenübrigen Lehrkräfte auch das Büfett am Freitagvormittag natürlich verkostet hat, weiß das Engagement der Eltern bei der „Gesunden Pause“ zu schätzen. „Das ist eine wahre Augenweide, wie Sie alles angerichtet haben,“ lobt er die anwesenden Helferinnen und Helfer. „Da muss man einfach zugreifen! Schön, dass alle so mithelfen. Das ist wirklich großartig.“